„Der Applaus im Frühjahr war toll!“

An den schon lange verklungenen Applaus erinnern wir uns kaum noch. Anstatt dem pflegenden Personal Geld und den Heimbewohnern die angemessene Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken, hat man einen ganzen Sommer ungenutzt verstreichen lassen, ohne die Heime (und auch die Schulen) auf die angekündigte und unvermeidbare zweite Welle vorzubereiten. Viele mussten dort einsam sterben, ohne Abschied nehmen zu können. Für viele Familien und Angehörigen eine Tragödie, die nicht  wieder gutzumachen ist.

 

Es ist kaum zu glauben, aber erst jetzt fängt man an, die Bewohner, das Pflegepersonal und - sofern gestattet - Besucher mit FFP2-Masken auszustatten und zu testen. Aktuell gibt es über 900 Infektions-Ausbrüche und viele Tote. Dass es auch anders geht, sieht man in Tübingen.

Zeitgleich hat man europaweit unfassbare Summen in die Hand genommen und der Wirtschaft für entgangene Umsätze viele Milliarden überwiesen. Daran wäre nichts auszusetzen, wenn nicht nur an Konzerne wie Lufthansa, Thyssen, TUI & Co. gedacht würde, sondern auch ein paar Euro für die Ärmsten in unserer Gesellschaft, und hier ganz besonders für die älteren und schutzbedürftigen Mitbürger, abfallen würden.

 

Vielen von denen, die dieses Land nach dem Krieg wieder aufgebaut haben, wären wir besonderen Dank schuldig. Stattdessen wird sich nicht ordentlich gekümmert, isolieren wir sie in Pflegeheimen, die dem Spardiktat unterliegen, wo sie in Depression verfallen und ihren Lebensmut verlieren. Ein wahrhaft trauriges Bild unserer Gesellschaft.

 

Der STERN hat aus diesen Gründen die Bundestags-Petition „PFLEGE BRAUCHT WÜRDE“ auf den Weg gebracht. Das Quorum von 50.000 Unterschriften ist bereits geknackt. Trotzdem werden so viele Unterschriften wie möglich gebraucht. Mehr Infos zu der Petition hier.

 

„In den Alten- und Pflegeheimen sind während der Pandemie die schrecklichsten Dinge passiert!“
Heribert Prantl
Süddeutsche Zeitung

Tablets für Senioren?

Diesen leidgeprüften Menschen wollen wir schnellstmöglich kostenlose Tablets zur Verfügung stellen, damit sie wenigstens per Video mit Angehörigen und Freunden in Verbindung beiben können. Dies ist oft einer der wenigen lichten Augenblicke in deren Alltag. Die Tablets sollen den Menschen auch nach Ende der Isolation zur Verfügung stehen.

Tablets sind auch für altere Menschen eine willkommene Abwechslung, die häufig sogar eine Verbesserung ihres Gesundheitszustands begünstigt. Viele unter den 800.000 Bewohnerinnen und Bewohnern der 15.000 Heime haben allerdings nicht das Geld für Gerät, WLAN oder Prepaid-Guthaben. Von ihrer Rente lässt man ihnen im Heim oft nur ein „Taschengeld“ von rund 100 Euro.

Einige „Senioren-Tablets“ von Media4Care, NEPOS, Lylu u.a. findest Du hier.

Wir  haben spezielle Tablets ausgewählt, die auch altersbedingte Einschränkungen berücksichtigt. Auch das Pflegepersonal soll durch  vorinstallierte Software möglichst nicht durch zusätzlichen Arbeits- und Erklärungsaufwand belastet werden. Auftauchende Probleme können teilweise direkt online mit Technikern gelöst werden.


Die eingesperrten Alten - arte-Dokumentarfilm

Einsames Sterben - Pflegeheime und Corona

STERN-Petition „PFLEGE BRAUCHT WÜRDE“

Weblinks