„Die Tablet-Challenge“

Die vielen Infektions-Ausbrüche und die unhaltbaren Zustände in den Alten- und Pflegeheimen haben uns aufgerüttelt. So wie es momentan aussieht, werden viele Menschen noch lange mit Einschränkungen leben müssen. 

Wir wollen zunächst all jenen, die sich häufigere Videokontakte zu ihren Angehörigen und Freunden wünschen, seniorengerechte Tablets spenden. Unser erstes Etappenziel sind 15.000 Tablets. Um das zu schaffen, brauchen wir eure Hilfe!

 

Unsere Idee: Seit einem Jahr sind das Coronavirus und der R-Wert die totalen Spielverderber und sorgen weltweit für viel Elend. Aber für unsere Challenge können wir den R-Wert bzw. dessen Exponentialfaktor nutzen, um möglichst vielen bedürftigen Menschen etwas Gutes zu tun. Und das geht so:

  • Du spendest eine Zeit lang drei Euro monatlich. Das sind 10 Cent pro Tag, die dir [hoffentlich] nicht wehtun.
  • Du steckst möglichst viele deiner Freunde, Angehörigen, Kollegen & Follower mit der Idee an, mindestens aber zwei, die genau das Gleiche tun. Und die tun wieder das Gleiche usw. Also eigentlich alles so wie immer: nämlich teilen, posten, liken - die Wette viral gehen lassen.
  • Der R-Wert soll also möglichst hoch und möglichst lange ansteigen und so für genügend Spenden sorgen, um am Ende 30.000 Tablets finanzieren zu können, obwohl die Mitspieler nur auf 10 Cent am Tag verzichten!... So könnte der R-Wert auch für etwas Sinnvolles herhalten, und die Redewendung „viral gehen lassen“ macht plötzlich doppelt Sinn!
Tablets mit seniorengerechten Bedienungsoberflächen ©NEPOS, ©Media4Care
Tablets mit seniorengerechten Bedienungsoberflächen ©NEPOS, ©Media4Care

Deswegen ist es so wichtig, dass ihr mindestens zwei Personen mit der Idee „infiziert“, denn nur so können wir den „R-Wert“ nutzen und die Wette auch gewinnen. Nicht auszudenken was passiert, wenn er auch nur für einige Wochen auf 2 ansteigt. Das Märchen vom Schachbrett und dem Reiskorn  würde wahr!

Nur zur Klarstellung: Im richtigen Leben muss der R-Wert radikal nach unten gedrückt werden, bei unserer Challenge dürfen die Zahlen gerne  durch die Decke gehen.

 In Deutschland gibt es rund 4 Millionen pflegebedürftige Menschen, davon leben 800.000 in über 15.000 Alten- und Pflegeheimen. Darunter sind viele sehr arme Menschen, denen wir mit einem Tablet diese kleine Freude machen möchten.

Die vielen  Schreckensmeldungen aus den Alten- und Pflegeeinrichtungen können niemanden kalt lassen. Dass unsere Alten noch immer nicht ausreichend  geschützt werden können, macht uns fassungslos. Einen ganzen Sommer haben wir verstreichen lassen, in dem wir uns hätten besser vorbereiten können. An den Ursachen wie dem Pflegenotstand  oder an der Profitgier von Hedgefonds und anderen „Heuschrecken“  können wir nur bedingt etwas ändern

 

Wir können aber versuchen, die Einsamkeit der Menschen ein wenig zu lindern, ihnen ein wenig Abwechslung und Freude in ihren Alltag zu bringen. Indem wir sie spüren lassen, dass wir sie nicht vergessen haben. Das gilt auch für alle, die zu Hause versorgt werden und mit wenig Geld über die Runden kommen müssen.

Erste Tablets wurden bereits vergangenes Jahr von der hessischen Landesregierung und dem MediaMarkt gespendet. Ein guter Anfang, aber noch lange nicht genug. Hier kommt ein Gerät auf 10 Bewohner*innen.

 

Das ist im Sinne von Autonomie, Privatsphäre und Datenschutz nicht besonders vorbildlich. Auch entspricht das nicht der Wertschätzung, die wir diesen Menschen entgegenbringen sollten. Wir sollten auch nicht vergessen, wer dieses Land nach 1945 wieder aufgebaut hat.

 

Auch WLAN ist nur in den wenigsten Heimen vorhanden, ist aber gerade für die datenhungrige Videotelefonie so wichtig. Das bedeutet, dass vielen Menschen auch mit Prepaid-Guthaben unter die Arme gegriffen werden muss. Außerdem sollten die Tablets möglichst auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sein, indem z.B. die Benutzeroberfläche den altersbedingten Einschränkungen angepasst werden kann.

„Wir schaffen das!“

Unter dem gleichen Motto hatten wir mit dem „Bündnis für digitale Inklusion“  vor Jahren viele Hundert  Computer und Zubehör für Schulen, kommunale  Einrichtungen und bedürftige Familien in ganz Deutschland organisiert. Merkels Mutmacher aus dem Jahr 2015 steht für manche in einer Reihe mit Obamas „Yes, we can!“ oder „I have a dream!“ von Martin Luther King. 

 

In Anbetracht der vor uns liegenden Herausforderungen wollen wir die   Symbolkraft dieses Slogans dazu nutzen, unsere anspruchsvolle Wette zu gewinnen. Mut, Zuversicht und eine Portion Größenwahn können in diesen Zeiten sicher nicht schaden...

„Der Applaus vom Frühjahr ist lange verhallt...“

Inzwischen weiß es vermutlich jeder: Für die pflegebedürftigen Menschen muss  dringend mehr getan werden. Die Missstände sind lange bekannt,  doch durch die Pandemie wurden sie jetzt überdeutlich in den Fokus gerückt sind. Das Magazin STERN hat deswegen eine Petition gestartet, um „mehr Geld, mehr Zeit und mehr Menschlichkeit“ in die Pflege zu bringen.*

 

„Mir bricht das Herz, wenn ich sehe, wie viele Menschen dort in
Einsamkeit gestorben sind!“

Angela Merkel

Über uns

Die Digitalen Engel arbeiten an mehreren Projekten für digitale Nachbarschaftshilfe. Die ZukunftsCafés zum Beispiel sollen, ähnlich wie die Lebensmitteltafeln, bedürftigen Menschen mit gespendeten digitalen Endgeräten dabei helfen, finanziell über die Runden zu kommen.

 

Am Schlimmsten betroffen sind pflegebedürftige und alte Menschen, Kinder und Jugendliche aus armen Familien, Obdach- und Wohnungslose und alle, deren Einkünfte gerade so für das Nötigste reichen. In der Coronakrise wurde das klägliche Versagen beim Thema „Homeschooling“  überdeutlich. Immer mehr Menschen werden durch das ungeheure Tempo abgehängt,  Millionen sind es bereits, und die Politik schaut zu. 

 

Chancengerechtigkeit in einer reichen Gesellschaft sieht anders aus. Ein Grundrecht auf digitale Teilhabe ist mehr als überfällig - nicht nur in Sonntags- und Wahlkampfreden! Mehr dazu und unserer Forderung nach einer Bedingungslosen Digitalen Grundversorgung und einem  „Digitalpakt Teilhabe“ auf unserer Homepage.


*Der STERN startet Petition für eine Pflege in Würde

Die Pflege in Deutschland befindet sich im Notstand. Es fehlt an Personal, Geld und Wertschätzung. Der stern ruft deshalb zusammen mit Pflegern und Prominenten zum Unterschreiben der großen Pflege-Petition an den Bundestag auf. 180.000 Unterschriften sind bereits gesammelt.

 

Zitat aus der Petition:

„In den Heimen fehlen 120.000 Altenpflegekräfte. Die Not hat mancherorts schlimme Folgen: Menschen liegen in ihren Exkrementen, werden mit Medikamenten und Gurten ihrer Freiheit beraubt. Tief im Herzen haben wir Angst, in solchen Heimen zu landen.“

 

Hier geht's direkt zur Bundestags-Petition.

Hier können Sie die Petition als PDF-Datei herunterladen.

Weblinks